…ich erwarte keinen Besuch. Ich schaue aus dem Fenster auf unseren Vorgarten. Wer vor der Haustüre steht, kann ich von hier aus nicht erkennen, aber es steht ein großer Rollkoffer an der Straße. Nach zwei Minuten endlich, gibt der ungebetene Gast auf. Ich sehe den vollschlanken Mann in dunkelblauer Anzughose und hellblauem Hemd, eigentlich ja die Standardbekleidung eines Busfahrers, durch unseren Vorgarten stapfen. Er nimmt seinen Rollkoffer und schleift ihn hinter sich her. Mein Kaffewasser kocht, ich muss vom Fenster weg.
Wer war dieser Mann? Was wollte er bloß? Wollte er mit mir über Gott, Jesus oder Jehova reden? Hat er sich verlaufen und sucht eine Adresse? Und was war in dem Koffer? Sein einziges Hab und Gut? Oder handelte es nur um einen Staubsaugervertreter, der, kaum dass ich die Türe öffne, anfangen würde meine Auslegeware zu reinigen? Ich werde es wohl nie erfahren. Ich hätte natürlich einfach die Türe öffnen und fragen können. Doch dann wäre die ganze Angelegenheit zur Normalität verkommen, alle Gedankenspiele hätten sich erübrigt.
Also wenn mal jemand an Eure Türe klingelt, lasst ihn einfach draußen stehen. Das ist einfach viel spannender.
